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Ehrenverbrechen

Im Iran erhielt ein Vater, der 2020 seine 14-jährige Tochter tötete, neun Jahre Haft: Väter entgehen der Todesstrafe. In Pakistan kam der Bruder, der Qandeel Baloch erdrosselt hatte, 2022 frei, nachdem die Eltern ihm verziehen hatten. Diese Rubrik behandelt Gewalt durch Angehörige im Namen der „Ehre“. Kein Vers ordnet sie an, doch die Texte geben ihr einen Rahmen. Der Koran erlaubt dem Erben des Opfers, Vergeltung zu fordern oder zu verzeihen (2:178, 17:33): Die Familie kann sich selbst verzeihen. Unter Berufung auf einen Hadith (Tirmidhi 1400) nehmen die meisten Rechtsschulen zudem den Vater aus. Der Prophet lobte die Eifersucht Sa'ds, der bereit war, den Liebhaber seiner Frau zu töten (Bukhari 6846), und Allah wird den Dayyuth nicht ansehen, den Mann, der Unanständigkeit in seiner Familie duldet (Nasa'i 2562). Wo diese Regeln Gesetz werden, tötet die Familie und verzeiht die Familie.

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Pakistan: Ehre unter Erben

Im Oktober wurde eine 13-Jährige von ihrem Cousin mit sieben Schüssen niedergestreckt, weil sie ohne Schleier aus dem Haus gegangen war, eine geschiedene Frau wurde im Viehpferch ihrer Familie erstochen, und ein Paar, das aus freien Stücken geheiratet hatte, wurde in einem Bus erschossen. Die Polizei stufte alle drei Taten als Morde im Namen der Ehre ein – ein Verbrechen, für das das pakistanische Recht seit 2016 mindestens lebenslange Haft verspricht.

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