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Deutsche Lehrkräfte schauen erst in den Koran, bevor sie gegen Mobbing einschreiten

Manche Lehrkräfte in Deutschland greifen nicht ein, wenn streng muslimische Schüler ihre Mitschüler mobben: Weil sie nicht wissen, was der Koran dazu sagt, ist ihnen der Konflikt zu heikel, berichtet eine Forscherin. In Berlin stellen 41 Prozent der muslimischen Neuntklässler religiöse Regeln über die Schulregeln. Nach einem islamistischen Anschlag auf den CSD fand der Regierende Bürgermeister das Heilmittel: Islamunterricht.

Zu heikel

Margit Stein, Professorin für Erziehungswissenschaft an der Universität Vechta, hat rund 700 Lehrkräfte in ganz Deutschland sowie weiteres Schulpersonal befragt. Etwa ein Viertel berichtete von islamistischen Äußerungen oder Handlungen an der Schule, etwa antisemitischen oder religiös begründeten homophoben Aussagen. Lehrkräfte erzählten ihr außerdem, dass Kinder von fundamentalistischen Mitschülern gemobbt werden und dass manche Lehrkräfte nicht eingreifen, weil sie nicht sicher sind, was der Koran dazu sagt.

„Mit streng muslimischen Schülern in den Konflikt zu gehen, ist ihnen dann zu heikel.“— Margit Stein, Professorin für Erziehungswissenschaft, gegenüber der Welt, August 2026

Mädchen, von beiden Seiten

Mädchen geraten von beiden Seiten unter Druck: Manche werden angegriffen, weil sie ein Kopftuch tragen, andere, weil sie sich westlich kleiden und nicht fasten wollen. Einige vertrauen Lehrkräften an, dass ihre Eltern nicht wollen, dass sie studieren oder einen Beruf erlernen. Fälle von Zwangsheirat tauchten in Steins Untersuchung immer wieder auf. Selbst Frauenhäuser seien darauf oft nicht vorbereitet, sagt sie.

Religiöse Regeln zuerst

Berlin hat Jahre gebraucht, um die Frage überhaupt zu stellen. Der Neuköllner Bezirksbürgermeister wollte zunächst eine Stelle einrichten, die solche Fälle erfasst, und eine Pilotstudie fand zahlreiche Beispiele dafür, dass muslimische Schüler liberale Muslime und Schüler anderer Glaubensrichtungen unter Druck setzen. Kritiker brandmarkten die Erhebung als einseitig und muslimfeindlich. Die Bildungsverwaltung weitete sie aus, damit sie wissenschaftlichen Standards genügt und weniger angreifbar ist.

Das Ergebnis, eine im Juni veröffentlichte Studie zu Gewalt an Schulen, umfasst mehr als 14.000 Schüler und 2.500 Beschäftigte an Schulen. Mehr als jeder zehnte Schüler gibt an, dass manche Mitschüler anderen vorschreiben wollen, was sie anziehen, was sie essen oder wie sie beten. In der neunten Klasse sagen 41 Prozent der muslimischen Schüler, religiöse Regeln sollten vor den Schulregeln stehen, ebenso wie 33 Prozent der christlichen und 19 Prozent der konfessionslosen Schüler. Auch muslimische Schüler sind Zielscheibe: 16 Prozent führen erlittene Gewalt auf ihre Religion zurück, gegenüber 7 Prozent der Christen und einem Drittel der wenigen befragten jüdischen Schüler.

Das Heilmittel: Islamunterricht

Am 25. Juli fuhr ein 21-jähriger, in Deutschland geborener Islamist mit einem Transporter in die Menge beim Berliner CSD und griff anschließend Menschen mit einer vermutlich als Machete identifizierten Waffe an. Eine Frau wurde getötet, 31 Menschen wurden verletzt. Im Mai war er verurteilt worden, weil er versucht hatte, sich dem Islamischen Staat anzuschließen; er war auf Bewährung frei und hatte deutschen Medien zufolge zwei seiner 26 Deradikalisierungssitzungen besucht.

Vier Tage später fand der Regierende Bürgermeister Kai Wegner, der seine Spitzenkandidatur für die Wahl im September bereits zurückgezogen hatte, das Gegenmittel: Islamunterricht unter staatlicher Aufsicht, um Jugendliche vor „sogenannten Hinterhofmoscheen“ zu schützen. Berlin hat seit 2001 Islamunterricht. Die Islamische Föderation Berlin erteilt ihn in eigener Regie und gilt als örtlicher Ableger von Milli Görüş, einer türkischen Bewegung, die der Islamistenführer Necmettin Erbakan gegründet hat.

Stein befürwortet solchen Unterricht grundsätzlich, als ein Instrument unter vielen, auch wenn keine Langzeitstudie belegt, dass er Radikalisierung eindämmt. Manche Jugendliche fragen sie, ob sie jetzt alle schwulenfreundlich sein müssen oder gar schwul erzogen werden sollen. Ihre Antwort: Sie dürfen es moralisch falsch finden, solange sie andere in Ruhe lassen.

Schulregeln, für alle

Am 3. September kündigte Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch gemeinsame Regeln für alle Schulen und einen einheitlichen Sanktionskatalog an, religiöser Druck eingeschlossen.

„An Berliner Schulen gelten die Regeln der Schule, und zwar für alle.“— Katharina Günther-Wünsch, Berliner Bildungssenatorin, September 2026

Am 20. September stürzte ihre Partei, die CDU, auf 18,8 Prozent ab, weit hinter der Linken. Am 8. Oktober verständigten sich Linke, Grüne und SPD auf die Aufnahme von Sondierungsgesprächen. Ob die Regeln oder der Islamunterricht den Wechsel überstehen, bleibt abzuwarten.

Bis dahin gelten die Schulregeln für alle. Es sei denn, die Lehrkraft ist sich nicht sicher, was der Koran sagt.

Quellen

  1. 01 Die Weltwelt.de
  2. 02 Tagesspiegeltagesspiegel.de
  3. 03 ORForf.at
  4. 04 t-onlinet-online.de
  5. 05 tagesschautagesschau.de
  6. 06 Mediendienst Integrationmediendienst-integration.de
  7. 07 German Bundestagbundestag.de
  8. 08 Berlin Senateberlin.de
  9. 09 rbb24rbb24.de

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